Palmas im Flamenco

Palmas sind die Klatschrhythmen im Flamenco. Sie helfen Gesang, Gitarre und Tanz, einen gemeinsamen Compás zu halten. Gute Palmas sind deshalb mehr als ein gleichmäßiges Klatschen: Sie hören auf die Musik, setzen Akzente und lassen den anderen Platz.

Klang: leise und deutlich

Bei palmas sordas bleiben die Hände leicht gewölbt. Der Klang ist gedämpft und tief; so können Gesang und Gitarre im Vordergrund bleiben. Palmas sonoras klingen heller und deutlicher. Welche Klangfarbe passt, hängt vom musikalischen Moment ab.

Drei Wege zum Compás

  • Sevillanas: Zähle eins – zwei – drei. Die erste Zählzeit ist stärker, die beiden folgenden leichter.
  • Tangos: Zähle eins – zwei – drei – vier. Eine einfache Übung lässt die Eins frei und klatscht auf zwei, drei und vier.
  • Soleá und Bulerías: Hier hilft zunächst ein Durchlauf über zwölf Zählzeiten. Die Akzente und die Klatschmuster unterscheiden sich je nach Stil und Situation.

Diese Zählweisen sind ein Einstieg, keine vollständigen Spielanweisungen. Für das gemeinsame Musizieren ist wichtig, zuerst den Puls sicher zu fühlen und dann mit anderen zusammen auf die Akzente zu achten.

Eine einfache Übung

Höre ein Stück und zähle seinen Grundpuls zunächst nur mit. Klatsche danach leise mit und halte das Tempo auch dann, wenn die Gitarre eine freie Melodie spielt. Erst wenn das sicher gelingt, probiere einen deutlichen Akzent oder einen Gegenschlag. Die Palmas sollen die Musik tragen, nicht überdecken.

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Mehr zu den Formen findest du bei Sevillanas, Bulerías und im Flamenco-Wissen. Den zwölfzähligen Compás der Soleá erklärt das Instituto Andaluz del Flamenco.